Digitalisierung in der KITA

Überall „schreit“ einem in letzter Zeit der Begriff „Digitalisierung“ entgegen. Für die Wirtschaft spricht man von Industrie 4.0, für die Arbeitswelt von Arbeiten 4.0 oder New Work und im Privaten geht es um die Digitalisierung des eigenen Heims. Ist Digitalisierung also auch ein Thema für die KITA?

Natürlich, ja, und auf jeden Fall. Aber keine Angst, anders als man im ersten Moment vielleicht denkt, muss das weder kompliziert noch schwierig sein. Im Gegenteil, wessen Grundeinstellung gegenüber digitalen Dingen positiv oder wenigstens neutral ist, kann viel Hilfreiches entdecken. Machen wir doch wie üblich erst einmal eine Ist-Analyse, schauen wir also, was da ist, welche Voraussetzungen schon gegeben sind. Dann gucken wir uns an, was zukünftig vielleicht von Interesse bzw. erstrebenswert ist.

Was ist in der KITA schon vorhanden?

Das erste Digitale, das in die Kindertageseinrichtung Einzug hielt, war wahrscheinlich die Email-Adresse für die KITA-Leitung. Denn entweder für die Träger oder wegen der Eltern brauchte man irgendwann diesen elektronischen Postweg. Wer eine Email-Adresse bekommt (mail@kita.de), hat damit auch oft schon eine Domain, also eine Internet-Adresse (www.kita.de). Damit konnte man dann eine eigene Website erstellen (lassen) und veröffentlichen. Oder man bekam durch den Träger eine Unterseite zugewiesen (www.träger.de/kindergarten), wo der individuelle Kindergarten dargestellt wird. So haben inzwischen die Mehrheit der KITAs einen Internet-Auftritt.

Was gibt es noch für digitale Einrichtungen in der KITA? Natürlich Verwaltungsdinge, die über einen Computer und nicht mehr handschriftlich gemacht werden. Dazu gehören Stundenpläne, Personalorganisation, Datenbanken über Eltern und Kinder, Buchhaltung und Abrechnungen und anderes mehr. Am Anfang sicher mit Standard-Office-Programmen gemacht, wie die Adressliste in Word oder Excel, gibt es in der Zwischenzeit doch einige, die spezielle (KITA-)Programme für die verschiedenen Aufgaben nutzen. Entweder selbst oder über die Trägergesellschaft.

Was kann noch kommen?

Sicher kommt da noch einiges, vor allem Dinge, die man sich jetzt noch gar nicht vorstellen kann, weil sie noch gar nicht erfunden wurde. Aber etwas weniger kryptisch würden wir folgendes prognostizieren:

Die digitale Kommunikation mit Eltern, Trägern und anderen wird sich noch mehr auf verschiedene Kanäle verteilen. Über Social Media und Online Marketing werden die KITAs für ihre besonderen Angebote werben, denn Eltern sind wählerischer in der Auswahl ihrer KITAs geworden. Auch Apps können helfen die Organisation in der KITA und mit den Eltern zu erleichtern.

Im Kindergarten selbst werden digitale Lernprogramme, digitale Musik oder digitale Kinderbücher normal. Wo es Sinn macht, werden diese zum Einsatz kommen. Denn nicht nur im häuslichen Umfeld, sondern auch in der Schule, im Studium und im Berufsleben gehören digitale Lernhilfen in Zukunft zum normalen Umgang. Dazu gehört ein bewusster Umgang mit diesen digitalen Medien, um entscheiden zu können, was gut und hilfreich ist.

Alles, was digitale Sicherheitstechnik betrifft, kommt sicher. Das heißt zum Beispiel, Einlass per digitalem Chip oder Fingerabdruck. Das betrifft die Angestellten, aber auch die Eltern. Das Bedürfnis zu wissen, wer im Haus ist und den Einlass zu kontrollieren, ist verständlicherweise groß.

Alles in allem, sollte irgendwann in allen KITAs angekommen sein, dass Digitalisierung kein Schreckensinstrument, sondern nur ein nützliches Hilfsmittel ist. Dann kann man auch weitere technische, digitale Hilfsmittel willkommen heißen. Das bedeutet nicht, Dinge nicht anfänglich kritisch unter die Lupe nehmen zu dürfen und erst recht nicht, den gesunden Menschenverstand an der Haustür abzugeben. Aber die unreflektierte Ablehnung alles Digitalen sollte in der heutigen Zeit wirklich ad acta gelegt werden.

 

2 Gedanken zu “Digitalisierung in der KITA

  1. Liebe Nicole, danke für Deinen Beitrag. Er legt die Grundlage für eine weitere spannende Fragen. Zum Beispiel fällt mir auf, dass die meisten Elternnkein gutes Vorbild für den Umgang mit Handy, Tablet und Co. sind, denn sie lassen einen bewussten Umgang missen. Das heißt für mich: es gibt im Miteinander der Familie klar erkennbare oder kommunizierte Konventionen, unter welchen Umständen/wann welche Mediennutzung noch erwünscht/erlaubt ist. Wie soll den der Filius lernen, dass dauerndes Chatten oder Simsen am Tisch nicht toll ist, wenn Mama oder Papa das auch machen? Und ja, die unreflektierte Ablehnung allen Digitalen ist keine Lösung. Zuallererst sollten die Eltern sich daher fragen, wie sie ein gutes Vorbild in Sachen Digitalisierung geben können, bevor andere (auch z.B. die Kita) in die Pflicht genommen werden.

    1. Hallo Christian, vielen Dank für Deine Anregung. Da rennst Du bei uns offene Türen ein. Jeder sollte heute mit der nötigen (digitalen) Medienkompetenz ausgestattet sein: Kinder, Eltern, Erzieher, Lehrer, Professoren, Chefs, Senioren, jeder. Es ist nämlich für alle ein wichtiges Thema. Da gibt es noch viel Weiterbildungsbedarf. Man ist sich nur noch nicht einig, wer es zahlen soll. Mich erinnert es ein bisschen an die Fernsehkonsum-Diskussion von vor 30 Jahren. Da erwarteten ja auch einige die schlimmsten Dinge, andere bedienten sich des nützlichen Teils dieses Mediums. Wichtig ist sicher, es nicht anderen zu überlassen, was man davon weiß und was man wie nutzt, sondern es aktiv selbst entdecken zu wollen. Beste Grüße!

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